Der Hilgenhof
Der Hilgenhof

Katja's Pferdegeschichte

 

Eigentlich müsste diese, meine, Geschichte mit „Es war einmal….“ beginnen, genauso wie ein schönes Märchen.

Wann genau mich der Pferdevirus erwischt und nicht mehr losgelassen hat kann ich nicht mehr sagen, aber es gibt viele Episoden an die ich mich gut erinnern kann.

*****

Ich wohnte mit meinen Eltern in Seelze, einem kleinen Vorort von Hannover. Unser Garten war schräg gegenüber, ein Garten mit hohen Obstbäumen, Obststräuchern, einer Wiese und Blumenrabatten. Als Kind fand ich ihn riesengroß, aber das war er gar nicht. Ich hab mir immer ein Pony gewünscht und jedes Jahr an meinem Geburtstag, dem 12. Mai, habe ich mir sooo gewünscht und vorgestellt, das meine Vater endlich mit einem Anhänger kommt und mir mein Pony in den Garten stellt, dieser Wunsch wurde nie erhört, der Garten war ja auch viel zu klein.

*****

Ich lag meinen Eltern sicherlich ganz oft in den Ohren mit Pony- und Reitwünschen, so dass sie mich irgendwann zu einem Reitturnier schleppten, die Reiter trugen dort alle Armbändchen die signalisierten das sie Teilnehmer waren, ich fand im Dreck ein solches Band und band es stolz um meinen Arm. So stand ich am Rand und schaute dem regen Treiben dort gebannt zu. Dann fragte mich plötzlich ein großer Mann auf einem noch größeren Pferd, ob ich sein Pferd denn mal trocken reiten möchte!? Er dachte sicherlich ich sei Ponyreiter, weil ich doch dieses Band um den Arm hatte. Ich traute mich natürlich nicht.

Später durfte ich dann ein paar Voltigierstunden auf einem riesen Pferd nehmen, ich kam zwar nicht alleine drauf, aber wenn ich erst oben war, hat es gut geklappt. Naja, jahrelanges Balletttraining zahlte sich hier aus!   Aber auch das war nicht von Dauer, da der Verein recht weit von Seelze weg war.

*****

Wo immer es möglich war ein Pony zu besteigen war ich dabei. Einmal haben wir sogar extra auf einem Bauernhof in Bayern Urlaub gemacht, da es dort Pferde und Ponys für die Gäste gab. Das war ein sehr schöner Urlaub. Wir haben dort kleine Ausritte in den nahen Wald gemacht, dieser Urlaub sollte niemals enden.

*****

Mit meiner Freundin Gaby habe ich dann Urlaub in einem Zeltlager nahe Otterndorf gemacht. Dort gab es ein super Sportangebot. Man konnte sich auch auf die Reitliste eintragen, aber leider nur einmal!

Ich hab dann einfach alle Teilnehmer gefragt, wer denn nicht reiten möchte und durfte dann deren „Reitstunden“ nehmen!

Somit war ich wohl ganz oft bei den Pferden, die kamen von einer Rennbahn, waren also Galopper und ganz schön fix! Das war mir damals aber ganz egal, Hauptsache Pferde. Meine Mutter hat mir später erzählt, ich hätte ein Marmeladenglas mit Pferdedung mit nach Hause gebracht um mich an den schönen Geruch der Pferde zu erinnern.

*****

Ich sammelte Pferdepostkarten und kannte jedes Pferdebuch in der Schulbücherei. Ich hab dort extra in den Pausen „gearbeitet“ um ja nicht eines der ausgeliehenen Bücher das ich noch nicht kannte, zu verpassen. Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke drehten sich immer um Pferde oder die Reiterei. Einer Klassenkameradin die Gummiereitstifel hatte, ja so was gab es in den 70er noch, habe ich die Stiefel abgebettelt und mein Taschengeld dafür gegeben, obwohl sie mir zu klein waren.

An einem Sperrmülltag fand ich ein Schaukelpferd das schon sehr „abgeliebt“ aussah aber einen tollen Sattel drauf hatte. Den ahm ich mit.

Ich glaube meine Eltern haben meinen Wunsch nach Pferden und der Reiterei sehr ernst genommen, denn eines Tages musste in unserem Garten, der ja leider viel zu klein für ein echtes Pony war, ein Apfelbaum gefällt werden.

Mein Vater sägte den Stamm und die Äste ab und fand irgendwann ein großes Stück das aussah wie ein Pferdekopf mit Hals und Körper. Nach einigen Schnitten hatten er es ausgesägt, zwei Beine mit Zwille ebenfalls, den Körper draufgestellt und fertig war ein „reitbares“ Pony, jedoch mit nur 2 Beinen;) Das hat er dann im Garten tief eingegraben so dass es nicht umfällt. Den Rücken noch flach gearbeitet damit ich auch drauf sitzen konnte. Ich habe mich sooo gefreut und ein Name war schnell gefunden: „Apple tree“

In Gedanken war es ein schöner Schimmel. Den Sattel den ich aus dem Sperrmüll gefunden hatte passte drauf, musste aber noch irgendwie so befestigt werden, das er hielt und ich ihn auch abnehmen konnte. Eine Trense war aus alten Hundeleinen schnell gebastelt. So ritt ich stolz meinen Apple tree und meine Mutter bastelte mir aus Schleifenband eine Siegerschleife, in die Mitte nähte sie einen großen schönen Knopf. Ich gewann natürlich jedes Turnier;)

*****

Nun wollte ich auch echte schwarze Reitstiefel haben und so fuhr ich mit meiner Mutter mit dem Zug nach Hannover. Direkt gegenüber vom Bahnhof gab es ein großes Kaufhaus mit einer großen Sportabteilung. Sogar eine extra Reiterabteilung gab es dort. Man konnte alles kaufen was ein Reiterlein so brauchte, Stiefel, Hosen, Sporen, chice schwarze Jackets, Hüte, Zylinder, Kappen, Mützen, Handschuhe, Sättel, Trensen, Halfter, einfach alles.

Ein sehr netter älterer Herr mit nur einem Bein hat dort beraten. Er ist früher selbst Reiter gewesen und kannte sich sehr gut aus. So fand ich schnell günstige schwarze Gummiestiefel die damals 39,00DM kosteten aber leider nicht in meiner kleinen Größe da waren. Sie mussten bestellt werden und das konnte dauern. So fuhr ich bestimmt einmal die Woche alleine mit dem Zug dorthin und irgendwann, es kam mir ewig lange vor, waren sie dann auch da. Der ältere Herr hatte wohl inzwischen Mitleid mit mir und war ganz besonders nett zu mir. Nein mit einer Jeans konnte ich unmöglich Stiefel anprobieren, früher waren die Reithosen übrigens obenrum noch puffig;) Also gab er mir eine nagelneue tolle graue puffige Reithose und rein in die neuen Stiefel! Ach ich war selig, sie passten! Dann musste ich mich auf eine kleine Tonne auf der sich ein richtiger Ledersattel befand setzen um zu sehen, ob die Stiefel auch wirklich passten. Der gute Mann dachte ich sei eine „echte“ Reiterin und wollte auf Nummer sicher gehen.

Die Stiefel haben die ersten Nächte an meinem Bett verbracht, weil ich sie gleich wenn ich morgens aufwachte sehen wollte.

Die Reithose habe ich mir nicht gekauft, weil sie zu teuer war, aber eine alte Gymnastikhose an die meine Mutter Knieleder nähte das eigentlich auch für die Knie war, taten es für mich und Appletree auch!

*****

Tja und dann war da ja noch das kleine dicke Schimmelpony, ich glaube es war eine Stute. Sie stand am Yachthafen in Seelze und wurde von 2 Mädchen ab und an geritten. Ich bin eine lange Zeit sehr oft mit dem Fahrrad dorthin gefahren um es zu besuchen und durch den Zaun zu streicheln. Manchmal hatte ich ein Wurzel, einen Apfel oder altes Brot mit dabei. Ich war immer total neidisch auf die Mädchen, das sie es reiten durften.

Irgendwann fragten sie mich dann, endlich, ob ich mal mit reinkommen wollte und auch eine Runde auf ihm drehen wolle. Da war ich soooo glücklich und von da an durfte ich das öfter und ich kann mich auch noch erinnern, dass ich über eine kleine Stange springen durfte! Das war eine schöne Zeit!

*****

Als wir dann 1979 von Seelze nach Oldenburg gezogen sind habe ich mit meiner Schwägerin Silke dann in Edewecht/Portsloge angefangen Schulpferde zu reiten. Ich kann mich noch sehr gut an Canthor erinnern, ein braver ausgeglichener Wallach den Silke und ich gerne geritten haben. Da gab es aber noch seine weniger freundliche Stallnachbarin, eine Stute mit dem Namen Cora (Danke an dieser Stelle an Ute Burmeister die mir mit dem Namen auf die Sprünge geholfen hat!!) Sie war weniger nett. Sie zeigte einem ihr Hinterteil wenn man in ihre Box ging und wenn man nicht aufpasste, dann biss sie vorne!

Trotzdem war die Zeit dort sehr schön, endlich regelmäßig zu reiten war ja das was ich immer gern wollte. Später dann, als Anna etwa 5 Jahre alt war, fing ich mit einer netten Truppe beim Meyerhof in Petersfehn an zu reiten. Anke Meyer gab selbst den Unterricht und der hatte es schon in sich. Sie empfahl da schon dem einen oder anderen Reitschüler lieber Tennis oder Golf zu spielen…! Wir hielten aber durch und hatten eine schöne Zeit. Später dann wollte ich so gerne ein Pflegepferd um das Gefühl zu haben, es sei ein bisschen wie ein eigenes. Das bot sich mit einem wunderschönen artigen Schimmelwallach namens Mister dann auch recht schnell an. Mister und ich hatten tolle Zeiten und erst als wir dann unser zweites eigenes Pony, Larina, bekamen, musste ich Mister aufgeben. Inzwischen hatten wir mit Nana, der Schimmel mit dem alles begann und Larina schon 2 eigene Ponys die Anna und ich ritten. So fing dann der „Hilgenhof“ an……..!

Heute habe ich das große Glück so viele Pferde und inzwischen ja auch wieder ein neues Pony, Sir Chacke, mein Pony! Mein eigen nennen zu dürfen. Das ist ganz wunderbar und ich weiß das es nicht selbstverständlich ist.

Vielleicht ist ja an dem Satz: „Man schafft alles was man sich vormimmt“ oder auch „Träume nicht Dein Leben, sondern lebe Deinen Traum“ etwas dran?!

 

K. Hilgen

 

 

 

 

Katja und Little Girl (Gilly)

Aktuelles

*neue Verkaufspferde*

 

*Für 2019 sind beide Zuchtatutenntragend, "Frenchperle" vom Zukunftsstar "Bon Vivaldi" und unsere "Flotte Deern" von Ogano*

 

*Fohlen aus Flotte Deern geboren "Farina Royal" von Ogano. 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Anna Hilgen